Am vergangenen Freitag fand die 145. Jahreshauptversammlung unserer Wehr traditionell in Suhrs Gasthof statt. Pünktlich um 19:30 Uhr begrüßte Wehrführer Peter Haß alle anwesenden Feuerwehrmitglieder, unsere Ehrenabteilung sowie unsere Gäste. Die Gästeliste war in diesem Jahr übersichtlich, da viele weitere Wehren im Kreis und im Amtsgebiet zeitgleich ihre Jahreshauptversammlungen mit anstehenden Wehrführerwahlen abhielten. Umso mehr freuten wir uns, dass der Bürgermeister aus Eddelak, Hauke Oeser, sowie die Bürgermeisterin aus Dingen, Michele Reiche- Dethlefs, unserer Einladung gefolgt waren.
In ehrendem Gedenken an unsere verstorbenen Feuerwehrkameraden Reimer Wohlenberg und Klaus Robert Flindt hielten wir eine Schweigeminute ab.
Die Feststellung der Anwesenheit erfolgte durch Schriftwart Sören Flindt. Zum Zeitpunkt der Versammlung zählt unsere Wehr 69 Feuerwehrmitglieder, sodass mindestens 35 anwesend sein mussten, um die Beschlussfähigkeit zu gewährleisten. Mit 47 anwesenden Mitgliedern war diese Voraussetzung erfüllt.
Im Bericht der Wehrführung informierte Peter Haß über den aktuellen Stand unserer Wehr. Insgesamt gehören 92 Mitglieder zur Feuerwehr, darunter eine Frau. Diese setzen sich aus 61 Mitgliedern der Einsatzabteilung, 10 Mitgliedern der Reserveabteilung, 9 Mitgliedern der Ehrenabteilung sowie 13 Mitgliedern der Jugendabteilung zusammen. Das Durchschnittsalter beträgt 40 Jahre. Aktuell stehen 23 Atemschutzgeräteträger zur Verfügung.
Im vergangenen Jahr rückte unsere Wehr zu insgesamt 30 Einsätzen aus. Dazu zählten 10 Brandeinsätze, 18 technische Hilfeleistungen sowie 2 sonstige Einsätze. Besonders eindrücklich waren zwei Lagen. Bei einem Einsatz mit dem Stichwort FEU Y Menschenleben in Gefahr in der Nachbargemeinde St. Michaelisdonn begann unsere Wehr gemeinsam mit der örtlichen Feuerwehr umgehend mit der Menschenrettung und konnte zwei Personen aus dem brennenden Gebäude befreien. Trotz aller Bemühungen kam für beide jede Hilfe zu spät. Die belastenden Eindrücke wurden im Rahmen eines Termins mit der psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte nachbesprochen.
Ein weiterer Großeinsatz führte uns in die Gemeinde Burg. Bereits auf der Anfahrt bestätigte eine weithin sichtbare Rauchentwicklung das Ausmaß des Brandes. Unsere Kräfte waren umfassend eingebunden, lediglich ein Hilfeleistungslöschfahrzeug blieb in Bereitschaft für mögliche Paralleleinsätze, die glücklicherweise ausblieben. Im Verlauf wurde das Einsatzstichwort mehrfach erhöht bis hin zu sieben Löschzügen, der höchsten Alarmstufe der Leitstelle West. Besonders hervorgehoben wurden die enormen Schlauchstrecken sowie die koordinierende Arbeit des Einsatzleitwagens.
Auch im Bereich Aus und Fortbildung war unsere Wehr engagiert. Insgesamt wurden 29 Lehrgänge auf Kreis und Landesebene besucht. Intern fanden 35 Dienstabende statt, bei einer durchschnittlichen Beteiligung von 48 Prozent.
Das vergangene Jahr war zudem von mehreren Projekten geprägt. Unsere Wehr nimmt weiterhin an der Pilotphase zur Programmierung der Meldeempfänger im Kreis Dithmarschen teil. Auch unsere „alte Lady“ das LF16-TS erhält Schritt für Schritt weitere Modernisierungen, erste Umbaumaßnahmen wurden bereits begonnen und weitere sind in Planung. Zum Jahresende erfolgte der Wechsel auf die Alarmierungs App Divera 24 7. Dank des geschlossenen Engagements aller Mitglieder wurde der Umstieg erfolgreich umgesetzt.
Darüber hinaus konnten weitere Ausrüstungsgegenstände beschafft werden. Wie bereits im Vorjahr erwarben erneut zwei Kameraden die Fahrerlaubnis der Klasse C. In diesem Jahr waren dies Janis Finnern und Christian Schoof.
Peter Haß bedankte sich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden Eddelak und Dingen und blickt zuversichtlich auf das Jahr 2026 mit zahlreichen Projekten und Herausforderungen.
Der Bericht des Sicherheitsbeauftragten Christian Schoof fiel erfreulich kurz aus, da es keine Unfallmeldungen gab. Dies spricht für die umsichtige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise unserer Mitglieder im Übungs und Einsatzdienst.
Kassenwart Tewes Krämer berichtete über die finanzielle Lage der Feuerwehr sowie der Jugendfeuerwehr Amt Eddelak-St. Michaelisdonn. Besonders erfreulich war die Einführung eines digitalen Zahlungsmittels sowie die Trennung der gemeinsamen Konten von Feuerwehr und Jugendfeuerwehr, wodurch die Verwaltungsarbeit deutlich übersichtlicher wurde. Die Kassenprüfer Thorsten Mohr und Michael Stritzke bestätigten eine einwandfreie Buchführung und baten um Entlastung des Vorstandes.
Im Bericht der Jugendfeuerwehr dankte Amtsjugendwart Steffen Delfs für die gute Zusammenarbeit mit der Wehr und den Gemeinden. Jugendgruppenleiter Lennart Jebens und seine Stellvertreterin Martje Stollberg stellten zahlreiche Veranstaltungen des vergangenen Jahres vor. Ein besonderer Höhepunkt war das 30 jährige Jubiläum, das gemeinsam mit drei Feuerwehren und vier Gemeinden gefeiert wurde und ein voller Erfolg war.
Erfreulicherweise durfte unsere Wehr auch neue Mitglieder willkommen heißen. Andrea Paulsen verstärkt die Verwaltungsabteilung. Martje Stollberg, Lennart Jebens und Joris Schneider wechselten aus der Jugendabteilung in die Einsatzabteilung. Ebenso trat Maik Görke in die Einsatzabteilung ein. Die Übernahme der drei Anwärter Martje, Lennart und Joris erfolgte einstimmig.
Unter dem Tagesordnungspunkt Wahlen wurden neue Kassenprüfer gewählt. Die Versammlung entschied sich für Michael Friederichs und Thies Bockelmann.
Zahlreiche Ehrungen unterstrichen die Verbundenheit und den langjährigen Einsatz unserer Mitglieder. Für 10 Jahre aktiven Dienst wurde Ean Luca Ehrlich geehrt. Thorsten Mundt und Karsten Reimer erhielten eine Auszeichnung für 20 Jahre, Jürgen Petermann für 30 Jahre. Für 50 Jahre aktiven Dienst wurden Ralf Napirasky und Michael Schwittay ausgezeichnet. Das Brandschutzehrenabzeichen in Silber für 25 Jahre erhielt Karsten Martens. Das Brandschutzehrenabzeichen in Gold für 50 Jahre wurde Ralf Napirasky verliehen.
Auch Verabschiedungen standen an. Karsten Martens schied nach acht Jahren aus dem Festausschuss aus und erhielt als Dank ein Präsent sowie eine Urkunde.
Besonders emotional wurde es bei der Verabschiedung von Ralf Napirasky aus der Reserveabteilung in die Ehrenabteilung aufgrund des Erreichens der Altersgrenze. Ralf, vielen als Schornsteinfeger bekannt, bestritt seinen letzten Einsatz am 31. Dezember 2025. In einer bewegenden Laudatio würdigte Peter Haß seinen außergewöhnlichen Weg in der Feuerwehr Eddelak und seine zahlreichen Funktionen. Besonders prägend war sein Engagement als erster Jugendwart in Eddelak sowie als erster Amtsjugendwart. Viele aktive Mitglieder tragen noch heute seine Handschrift. Mit einem besonderen Geschenk und einer Urkunde im goldenen Rahmen dankte die Wehr ihrem Kameraden mit den Worten: Lieber Nappy, uns wirst du nicht los.
Im Anschluss folgten die Beförderungen. Torge Mehrkens wurde zum Oberfeuerwehrmann befördert. Jörn Paulsen und Christian Schoof erhielten den Dienstgrad Hauptfeuerwehrmann. Tewes Krämer und Sören Flindt wurden zu Hauptfeuerwehrmännern mit besonderer Funktion befördert. Janis Finnern wurde Oberlöschmeister, Jan-Hendrik Koops Brandmeister.
Zum Abschluss richteten die Gäste ihre Grußworte an die Versammlung. Bürgermeister Hauke Oeser bedankte sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und überbrachte zugleich die Grüße der Amtswehrführung. Für das Jahr 2026 wurde unter anderem die erneute Bereitstellung einer Feuersimulationsanlage für die Atemschutzgeräteträger angekündigt.
Auch Bürgermeisterin Michele Reiche Dethlefs würdigte die Leistungsfähigkeit der Wehr und zeigte sich beeindruckt von den schnellen Ausrückezeiten. Die im vergangenen Jahr zeitweise ausgefallene Sirene in Dingen ist inzwischen wieder voll einsatzbereit.
Abschließend dankte unser stellvertretender Wehrführer Dennis Schneider allen Mitgliedern für ihr Engagement, das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit. Mit Zuversicht und Teamgeist blickt unsere Wehr auf ein spannendes und herausforderndes Jahr 2026.


















